In deutschen Schubladen liegen Milliarden in Altgold. Wie du den Wert selbst berechnest, welchen Anteil des Goldpreises seriöse Ankäufer zahlen und woran du unseriöse erkennst.
Kurz gesagt
- Wert = Gewicht × Feingehalt × Goldpreis je Gramm. 585er Gold hat 58,5 Prozent Feingold, 333er nur 33,3.
- Seriöse Ankäufer zahlen 85 bis 95 Prozent des Feingoldwerts, Markenschmuck und Münzen mehr.
- Zahngold enthält 50 bis 75 Prozent Gold plus Platin und Palladium, die mitbezahlt werden müssen.
- Wiegen lassen, Feingehalt prüfen lassen, Angebot schriftlich, kein Zeitdruck.
Den Wert selbst berechnen
Jedes Schmuckstück trägt eine Punze: 333, 585, 750 oder 999 stehen für den Goldanteil in Tausendstel. Ein Ring mit 8 Gramm und Punze 585 enthält 4,68 Gramm Feingold. Bei einem Goldpreis von 87 Euro je Gramm ist das ein Materialwert von 407 Euro. Steine, Verschlüsse aus Stahl und Uhrwerke werden abgezogen; der Goldrechner auf milinia macht diese Rechnung für dich. Fehlt die Punze, prüft ein Ankäufer per Säuretest oder Röntgenfluoreszenz.
Was Ankäufer zahlen
Ankäufer schmelzen Altgold ein und verkaufen es an Scheideanstalten. Ihre Marge liegt zwischen 5 und 15 Prozent des Feingoldwerts. Seriöse Angebote nennen deshalb 85 bis 95 Prozent des Materialwerts. Bei intakten Anlagemünzen und Barren sind es 97 bis 99 Prozent, weil sie nicht eingeschmolzen werden. Markenschmuck in gutem Zustand bringt bei Juwelieren oder Auktionshäusern oft ein Mehrfaches des Materialwerts; ihn einzuschmelzen ist ein Fehler.
Zahngold
Dentallegierungen enthalten je nach Alter 50 bis 75 Prozent Gold, dazu Platin, Palladium und Silber, die ebenfalls wertvoll sind. Ein seriöser Ankäufer analysiert die Legierung und bezahlt alle Edelmetalle, ein unseriöser zahlt pauschal nach dem niedrigsten Goldgehalt. Zähne und Kunststoff müssen nicht entfernt werden, sie werden beim Wiegen abgezogen.
Woran du unseriöse Ankäufer erkennst
Hotelankauf mit Zeitdruck, Preis pro Gramm ohne Angabe des Feingehalts, Wiegen ohne geeichte Waage, Angebote unter 80 Prozent des Feingoldwerts, Barzahlung ohne Beleg, Ankauf ohne Ausweis (das Geldwäschegesetz verlangt ihn über 2.000 Euro), Druck zum sofortigen Abschluss. Ein seriöser Ankäufer wiegt vor deinen Augen, nennt Feingehalt und den aktuellen Goldpreis, gibt das Angebot schriftlich und lässt dir Zeit.
So läuft ein guter Verkauf
Sortiere nach Feingehalt, wiege zuhause mit einer Küchenwaage vor, rechne den Materialwert aus. Hol dir zwei Angebote, eins vor Ort, eins online per versichertem Versand mit kostenloser Rücksendung. Vergleiche in Prozent des Feingoldwerts, nicht in Euro, weil der Goldpreis täglich schwankt. Verkaufe, wenn der Preis stimmt, nicht, wenn jemand drängt. Der Erlös ist steuerfrei, wenn du das Gold länger als ein Jahr besessen hast, bei Erbstücken immer.
Was du nicht verkaufen solltest
Antiken Schmuck, signierte Stücke, Uhren mit Goldgehäuse, Münzen mit Sammlerwert. Hier ist der Materialwert die Untergrenze, nicht der Preis. Eine Schätzung beim Juwelier oder Auktionshaus kostet wenig und verhindert, dass ein Stück für 300 Euro eingeschmolzen wird, das 3.000 Euro wert ist.
Zum Ausprobieren
GoldrechnerGewicht, Feingehalt, Goldpreis: Der Materialwert von Schmuck, Barren und Münzen, auch als Ankaufsspanne.Häufige Fragen
Muss ich Altgoldverkauf versteuern?
Nein, wenn du das Gold länger als ein Jahr hattest oder geerbt hast. Auch darunter gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro Gewinn im Jahr.
Brauche ich Kaufbelege?
Nicht für den Verkauf. Der Ankäufer verlangt deinen Ausweis und dokumentiert das Geschäft, mehr nicht.
Was ist mit vergoldetem Schmuck?
Vergoldung enthält nur wenige Tausendstel Gramm Gold. Solche Stücke sind für den Ankauf wertlos, auch wenn sie golden aussehen.
Teilen



