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Geldanlage · Streuung

Diversifikation: So baust du ein Portfolio, das hält

8 Minuten Lesezeit·

Ein Depot, das jeden Crash überlebt, besteht aus wenigen Bausteinen, die sich unterschiedlich bewegen. Wie du Aktien, Anleihen, Gold und Cash gewichtest, welche Aufteilung zu welchem Alter passt und wie oft du umschichtest.

Kurz gesagt

  • Die Aufteilung zwischen risikoreich und risikoarm entscheidet über 90 Prozent des Ergebnisses, nicht die Fondsauswahl.
  • Faustregel: Aktienquote gleich 100 minus Alter, angepasst an Nerven und Zeithorizont.
  • Bausteine: Welt-ETF, Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihen, fünf bis zehn Prozent Gold, optional Immobilie.
  • Einmal im Jahr auf die Zielquote zurückführen, nicht bei jedem Kursausschlag.

Was Diversifikation bedeutet

Nicht alle Eier in einen Korb: Wer alles in eine Aktie steckt, hängt von einem Unternehmen ab; wer alles in deutsche Aktien steckt, von einem Land; wer alles in Aktien steckt, von einer Anlageklasse. Streuung senkt das Risiko, ohne die erwartete Rendite zu senken, weil sich die Bausteine nicht gleichzeitig bewegen. 2022 fielen Aktien und Anleihen zusammen, Gold hielt. 2008 fielen Aktien, Staatsanleihen stiegen. Niemand weiß, was das nächste Mal hält, deshalb hält man alles.

Die eine Entscheidung

Studien zeigen, dass die Aufteilung zwischen risikoreichem Teil (Aktien, Immobilien, Gold) und risikoarmem Teil (Tagesgeld, Festgeld, kurzlaufende Anleihen bester Bonität) rund 90 Prozent der Schwankung und des Ergebnisses erklärt. Welchen ETF du nimmst, ist zweitrangig. Die Faustregel 100 minus Alter ergibt für einen 35-Jährigen 65 Prozent Aktien. Wer einen Crash von 50 Prozent nicht aushält, nimmt weniger; wer 30 Jahre Zeit hat und nicht hinschaut, mehr.

Die Bausteine

Risikoreich: ein Welt-ETF auf MSCI World oder FTSE All-World, optional mit Schwellenländern und Small Caps. Das sind 1.500 bis 4.000 Unternehmen aus 20 bis 50 Ländern. Mehr Aktienfonds braucht niemand. Risikoarm: Tagesgeld, Festgeldleiter oder ein ETF auf kurzlaufende Euro-Staatsanleihen. Gold: fünf bis zehn Prozent als Stabilisator, physisch oder als ETC. Immobilie: das selbst genutzte Haus zählt nicht als Anlage, eine vermietete Wohnung ist ein Klumpen, der bewusst gewählt sein will.

Was nicht hineingehört

Einzelaktien als Kern, Branchen- und Themen-ETF, aktive Fonds mit zwei Prozent Gebühren, Zertifikate, geschlossene Fonds, Kryptowährungen über fünf Prozent, Fremdwährungskonten, Lebensversicherungen mit Kapitalanteil. Alles davon darf als Beimischung existieren, wenn du es verstehst, aber es macht das Portfolio nicht sicherer.

Rebalancing

Nach einem guten Aktienjahr liegt die Quote bei 72 statt 65 Prozent. Einmal im Jahr, an einem festen Datum, verkaufst du den Überschuss und füllst den risikoarmen Teil auf, oder du lenkst neue Sparraten dorthin. Das zwingt dich, teuer zu verkaufen und günstig zu kaufen. Häufigeres Umschichten kostet Steuern und Gebühren und bringt nichts.

Ein Beispiel

100.000 Euro, 40 Jahre alt, mittlere Risikoneigung: 60.000 Euro Welt-ETF, 30.000 Euro Tagesgeld und Festgeld, 8.000 Euro Gold, 2.000 Euro Spielgeld für Einzelaktien oder Krypto. Erwartete Rendite langfristig rund 5 Prozent nach Inflation, größter erwartbarer Rückschlag rund 30 Prozent. Wer das für langweilig hält, hat das Ziel verstanden.

Häufige Fragen

Reicht ein einziger ETF?

Für den Aktienteil ja. Ein FTSE All-World enthält Industrie- und Schwellenländer. Zusammen mit Tagesgeld ist das ein komplettes Portfolio.

Wie viele ETF sind zu viele?

Mehr als vier bis fünf. Wer zehn ETF hält, hat meist dieselben Unternehmen mehrfach und den Überblick verloren.

Soll ich Anleihen kaufen?

Für den risikoarmen Teil sind Tagesgeld und Festgeld 2026 gleich gut und einfacher. Anleihen-ETF mit langer Laufzeit schwanken stark und gehören nicht in den sicheren Teil.