Das Depot ist in zehn Minuten eröffnet, der erste Sparplan in zwei. Was Einsteiger vorher wissen sollten: Depotwahl, Ordertypen, Kosten, Steuern und die Frage, ob Einzelaktien oder ETF.
Kurz gesagt
- Erst Notgroschen, dann Schulden weg, dann Depot. Anlegen nur Geld, das zehn Jahre liegen kann.
- Depot bei einem Neobroker oder einer Direktbank, kostenlos, Sparpläne ab einem Euro.
- Start mit einem Welt-ETF per Sparplan; Einzelaktien erst, wenn der Kern steht.
- Limit-Order statt Market-Order, Handelszeiten 9 bis 17:30 Uhr, Freistellungsauftrag einrichten.
Schritt eins: Die Reihenfolge
Bevor der erste Euro in Aktien fließt, steht der Notgroschen, und Kredite über fünf Prozent Zins sind getilgt. Aktien schwanken, und wer im Crash verkaufen muss, weil das Auto kaputt ist, verliert. Angelegt wird nur Geld, das zehn Jahre nicht gebraucht wird. Wer das erfüllt, hat den schwersten Teil hinter sich.
Schritt zwei: Das Depot
Neobroker bieten Sparpläne ab einem Euro, Orders für einen Euro oder kostenlos und eine App, die sich wie ein Spiel anfühlt. Das ist Vorteil und Gefahr. Direktbanken kosten pro Order fünf bis zehn Euro, bieten dafür vollen Service, alle Handelsplätze und weniger Verlockung zum Traden. Beide sind sicher: Wertpapiere sind Sondervermögen und gehören dir auch bei Pleite des Brokers. Achte auf kostenlose Depotführung, ETF-Sparpläne ohne Gebühr und einen deutschen Steuerabzug, damit du dich um die Abgeltungsteuer nicht kümmern musst.
Schritt drei: Der erste Kauf
Ein Welt-ETF, thesaurierend, physisch replizierend, Fondsvolumen über einer Milliarde Euro, laufende Kosten unter 0,2 Prozent. Per Sparplan, monatlich, am Tag nach dem Gehalt. Der Sparplan kauft automatisch, auch im Crash, und genau das ist der Trick: Niemand trifft den richtigen Zeitpunkt, der Sparplan trifft den Durchschnitt. Bei einer Einmalanlage über 20.000 Euro verteilt man auf drei bis sechs Monate, mehr aus Nervengründen als aus Renditegründen.
Schritt vier: Ordertypen und Zeiten
Eine Market-Order kauft sofort zum nächsten Kurs, eine Limit-Order nur bis zu deinem Preis. Nutze Limits, besonders bei kleinen Werten und außerhalb der Xetra-Zeiten von 9 bis 17:30 Uhr, wenn die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs breiter ist. Handle nicht bei Eröffnung und nicht nach 20 Uhr. Für Sparpläne spielt das keine Rolle, sie laufen zu festen Zeiten.
Schritt fünf: Steuern und Verwaltung
Freistellungsauftrag über 1.000 Euro beim Broker einrichten. Die Abgeltungsteuer führt der Broker ab, in der Steuererklärung musst du nichts angeben. Bei thesaurierenden ETF bucht der Broker im Januar die kleine Vorabpauschale vom Verrechnungskonto ab; dort sollten ein paar Euro liegen. Ansonsten: App löschen oder Benachrichtigungen aus, einmal im Quartal reinschauen.
Einzelaktien
Wer nach einem Jahr ETF Lust auf Unternehmen hat, kauft Einzelaktien mit maximal zehn Prozent des Depots, mindestens zehn verschiedene, aus verschiedenen Branchen und Ländern. Nicht die Firma, deren Produkt du liebst, sondern die, deren Geschäftsbericht du gelesen hast. Rendite entsteht auch hier über Jahre, nicht über Wochen.
Zum Ausprobieren
ETF-Sparplan-RechnerRate, Rendite, Laufzeit: Wie sich dein Sparplan über die Jahre entwickelt, mit Kurve und Zinseszins.Häufige Fragen
Wie viel Geld brauche ich zum Start?
Einen Euro. Sparpläne ab 25 Euro im Monat sind sinnvoll, ab 100 Euro spürbar, ab 300 Euro bauen sie in 20 Jahren sechsstellige Beträge.
Was passiert bei einem Crash?
Das Depot steht 30 bis 50 Prozent tiefer, der Sparplan kauft günstiger, nach drei bis fünf Jahren ist der Stand meist wieder erreicht. Wer nicht verkauft, hat nichts verloren.
ETF oder Fonds von der Bank?
ETF. Aktive Fonds kosten das Zehnfache und schlagen ihren Index über zehn Jahre in weniger als 20 Prozent der Fälle.
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