Ein ETF-Sparplan ist die einfachste Form der Geldanlage: einmal einrichten, jahrzehntelang laufen lassen. Wie du den richtigen ETF auswählst, welche Rate zu welchem Ziel führt und was der Zinseszins aus 200 Euro im Monat macht.
Kurz gesagt
- 200 Euro monatlich bei 6 Prozent: nach 10 Jahren 33.000 Euro, nach 20 Jahren 92.000, nach 30 Jahren 200.000 Euro.
- ETF-Auswahl: MSCI World oder FTSE All-World, physisch, thesaurierend, unter 0,2 Prozent Kosten, über 1 Milliarde Volumen.
- Sparrate am Zahltag, Dynamik von 3 bis 5 Prozent jährlich, Rebalancing mit Tagesgeld.
- Der Sparplan läuft im Crash weiter; genau dann kauft er günstig.
Warum ein Sparplan
Ein Sparplan kauft jeden Monat für einen festen Betrag ETF-Anteile, egal, ob die Kurse hoch oder tief stehen. Bei hohen Kursen bekommst du weniger Anteile, bei tiefen mehr. Du musst keinen Zeitpunkt treffen, und die Automatik schützt dich vor der Versuchung, im Crash auszusteigen. Historisch war jeder beliebige 15-Jahres-Zeitraum im MSCI World positiv, mit Sparplan noch verlässlicher.
Den ETF auswählen
Index: MSCI World mit rund 1.400 Aktien aus 23 Industrieländern oder FTSE All-World mit rund 3.600 Aktien inklusive Schwellenländern. Beide sind zu über 60 Prozent USA, was den Weltmarkt abbildet. Replikation: physisch, der ETF hält die Aktien. Ertragsverwendung: thesaurierend, Dividenden werden automatisch wieder angelegt und die Steuer über die Vorabpauschale minimal gestundet. Kosten: unter 0,2 Prozent im Jahr. Volumen: über eine Milliarde Euro, damit der Fonds nicht geschlossen wird. Domizil: Irland, wegen des Steuerabkommens für US-Dividenden. Das ergibt eine Handvoll Kandidaten, die sich kaum unterscheiden.
Die Rate
Zehn bis zwanzig Prozent des Nettos, am Tag nach dem Gehalt. Mit einer Dynamik von drei bis fünf Prozent im Jahr wächst die Rate mit dem Einkommen. Bei 6 Prozent Rendite ergeben 200 Euro monatlich nach 10 Jahren rund 33.000 Euro, nach 20 Jahren 92.000, nach 30 Jahren 200.000 Euro. Bei 400 Euro verdoppelt sich alles. Der Sparplan-Rechner zeigt dir deinen Verlauf mit Kurve.
Der Zinseszins
In den ersten zehn Jahren stammt das meiste Vermögen aus deinen Einzahlungen, danach kippt es: Nach 30 Jahren sind bei 200 Euro monatlich 72.000 Euro eingezahlt und 128.000 Euro Ertrag. Die letzten zehn Jahre bringen mehr als die ersten zwanzig. Deshalb ist der Startzeitpunkt wichtiger als die Rate, und deshalb ist das Depot für ein Kind das beste Geschenk.
Der sichere Teil
Parallel zum Sparplan läuft das Tagesgeld: Notgroschen und der risikoarme Anteil des Portfolios. Wer 70 Prozent Aktien will, spart 70 Prozent in den ETF und 30 Prozent auf Tagesgeld. Einmal im Jahr wird die Quote geprüft.
Was du nicht tun solltest
Den Sparplan im Crash pausieren. Mehrere ETF mit denselben Aktien kombinieren. Einen Themen-ETF als Kern nehmen. Ausschüttungen ausgeben, statt sie anzulegen. Den Broker wechseln, weil ein anderer Bonus zahlt; Depotüberträge dauern Wochen. Und: das Depot täglich öffnen.
Zum Ausprobieren
ETF-Sparplan-RechnerRate, Rendite, Laufzeit: Wie sich dein Sparplan über die Jahre entwickelt, mit Kurve und Zinseszins.Häufige Fragen
Ausschüttend oder thesaurierend?
Thesaurierend für den Vermögensaufbau, ausschüttend, wenn du den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro jährlich ausnutzen willst; das lässt sich auch mit gelegentlichem Verkauf und Rückkauf erreichen.
Was ist mit Schwellenländern?
Der FTSE All-World enthält sie mit rund zehn Prozent. Wer den MSCI World hat, kann einen Emerging-Markets-ETF mit 10 bis 20 Prozent ergänzen, muss aber nicht.
Kann ich den Sparplan jederzeit stoppen?
Ja, jederzeit ändern, pausieren oder verkaufen. Es gibt keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist.
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