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Versicherungen · Vier Wände, ein Inventar

Hausratversicherung: Wann sie sich lohnt und was sie deckt

6 Minuten Lesezeit·

Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruch: Die Hausrat ersetzt alles in der Wohnung zum Neuwert. Ob sie sich lohnt, hängt vom Wert des Inventars ab. Wie du die Versicherungssumme bestimmst, welche Grenzen für Wertsachen gelten und welche Zusatzbausteine sinnvoll sind.

Kurz gesagt

  • Versicherungssumme: 650 bis 700 Euro je Quadratmeter oder eine Inventarliste; Unterversicherung wird anteilig gekürzt.
  • Wertsachen wie Gold, Schmuck und Bargeld sind auf 20 bis 30 Prozent der Summe begrenzt, Bargeld auf rund 1.500 Euro.
  • Sinnvoll: grobe Fahrlässigkeit mitversichert, Fahrraddiebstahl, Elementarschäden, Glasbruch nur bei Wintergärten.
  • Kosten: 60 Quadratmeter in einer mittleren Stadt rund 100 bis 180 Euro im Jahr.

Was die Hausrat leistet

Sie ersetzt bewegliche Sachen in der Wohnung zum Neuwert bei Feuer, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus nach Einbruch. Dazu kommen Folgekosten wie Hotel, Aufräumen, Schlossaustausch und Transport. Ein Brand in einer Dreizimmerwohnung mit 50.000 Euro Inventar ist der Fall, für den sie gedacht ist; der gestohlene Laptop ist der Fall, für den sie oft abgeschlossen wird.

Lohnt sie sich?

Wer in einer WG mit Ikea-Möbeln und einem Laptop lebt, kann einen Totalverlust aus dem Notgroschen ersetzen. Wer eine eingerichtete Familienwohnung mit Küche, Elektronik, Kleidung, Büchern und Fahrrädern hat, hat 40.000 bis 80.000 Euro Inventar, die niemand aus der Reserve zahlt. Ab etwa 20.000 Euro Inventarwert ist die Hausrat sinnvoll, ab 40.000 Euro klar.

Die Versicherungssumme

Die Pauschale liegt bei 650 bis 700 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, mit Unterversicherungsverzicht: Bei 80 Quadratmetern sind das 52.000 bis 56.000 Euro, und der Versicherer kürzt bei einem Schaden nicht, selbst wenn das Inventar mehr wert ist. Wer teure Möbel, Kunst oder viel Technik hat, macht eine Inventarliste und versichert den echten Wert. Bei zu niedriger Summe ohne Verzicht wird jeder Schaden anteilig gekürzt.

Wertsachen

Schmuck, Gold, Münzen, Uhren, Pelze und Kunst sind zusammen auf 20 bis 30 Prozent der Versicherungssumme begrenzt, ohne Tresor oft auf 20.000 bis 30.000 Euro, Bargeld auf 1.000 bis 2.000 Euro. Wer mehr Gold oder Schmuck besitzt, braucht einen anerkannten Tresor und eine Anpassung des Vertrags oder eine separate Wertsachenversicherung. Fotos, Kaufbelege und Seriennummern erleichtern die Regulierung.

Bausteine

Grobe Fahrlässigkeit: Die vergessene Kerze oder das Fenster in Kippstellung beim Einbruch führen sonst zur Kürzung; gute Tarife verzichten darauf. Fahrraddiebstahl außerhalb der Wohnung, oft bis fünf Prozent der Summe. Elementarschäden wie Überschwemmung, Rückstau und Erdrutsch, seit den Flutjahren wichtiger und je nach Zone teurer. Glasbruch lohnt nur bei Wintergarten oder Glasfassade. Überspannung durch Blitz ist in guten Tarifen enthalten.

Was nicht drin ist

Einfacher Diebstahl ohne Einbruch, Verlieren, Vergessen, Handydisplay, Wasserschäden durch Aquarium ohne Klausel, Schäden am Gebäude (Wohngebäudeversicherung des Eigentümers), das Auto. Und Sachen, die außer Haus sind, nur mit Außenversicherung für einige Monate, etwa im Hotel oder im Studentenzimmer.

Häufige Fragen

Ist die Hausrat bei Mietern Pflicht?

Nein, keine Versicherung außer Kfz-Haftpflicht und Krankenversicherung ist Pflicht. Der Vermieter darf sie nicht verlangen.

Was ist mit Schäden durch Nachbarn?

Kommt Wasser vom Nachbarn, zahlt dessen Haftpflicht oder deine Hausrat, die sich das Geld zurückholt. Wichtig ist, überhaupt versichert zu sein.

Gilt die Hausrat auch im Keller und in der Garage?

Im zugehörigen Keller ja, in der Garage nur mit Klausel und meist mit Begrenzung. Fahrräder im Keller sind gedeckt, wenn der Raum abgeschlossen war.