Ein ETF-Sparplan für das Kind nutzt 18 Jahre Zinseszins und den eigenen Steuerfreibetrag des Kindes. Wie du das Depot eröffnest, wem das Geld gehört und was bei Kindergeld, BAföG und Krankenversicherung zu beachten ist.
Kurz gesagt
- 50 Euro monatlich bei 6 Prozent über 18 Jahre: rund 19.000 Euro, davon 8.200 Euro Ertrag; 150 Euro: 58.000 Euro.
- Depot auf den Namen des Kindes: eigener Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro, Grundfreibetrag mit Nichtveranlagungsbescheinigung, aber das Geld gehört dem Kind.
- Grenzen: Über 15.000 Euro Vermögen kostet Familienversicherung und BAföG, bei Erträgen über 470 Euro monatlich.
- Alternative: Depot auf Elternnamen mit Zweckbindung, flexibler, aber ohne Steuervorteil des Kindes.
Die Rechnung
50 Euro monatlich ab Geburt, 6 Prozent Rendite, 18 Jahre: rund 19.000 Euro bei 10.800 Euro Einzahlung. 100 Euro: 38.000 Euro. 150 Euro: 58.000 Euro. Lässt das Kind das Geld bis 40 liegen, ohne weitere Einzahlung, werden aus 19.000 Euro rund 68.000 Euro. Die 18 Jahre Vorsprung sind das eigentliche Geschenk; kein späterer Sparplan holt sie ein.
Depot auf den Namen des Kindes
Beide Eltern eröffnen mit Ausweisen und Geburtsurkunde ein Junior-Depot, kostenlos bei Direktbanken und Neobrokern. Vorteil: Das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro und, mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt, den Grundfreibetrag von 12.348 Euro. Kapitalerträge bleiben damit praktisch steuerfrei. Nachteil: Das Geld gehört dem Kind. Eltern verwalten es nur, dürfen es nicht für sich verwenden, und mit 18 verfügt das Kind allein, auch über den Sportwagen.
Depot auf den Namen der Eltern
Ein zweites Depot auf den eigenen Namen, gedanklich dem Kind zugeordnet. Vorteil: volle Kontrolle, Übergabe wann und wie du willst, keine Auswirkung auf BAföG und Krankenversicherung des Kindes. Nachteil: Erträge laufen über deinen Freibetrag, und bei der späteren Übertragung gilt der Schenkungsfreibetrag von 400.000 Euro je Elternteil alle zehn Jahre, was praktisch nie ein Problem ist.
Die Grenzen beim Kinderdepot
Familienversicherung: Hat das Kind eigene Einkünfte über 535 Euro monatlich, etwa aus Ausschüttungen, fällt es aus der beitragsfreien Familienversicherung. Bei einem Depot unter 200.000 Euro passiert das nicht. BAföG: Eigenes Vermögen des Kindes über 15.000 Euro wird auf die Förderung angerechnet. Wer mit 100 Euro monatlich spart, liegt mit 18 bei 38.000 Euro und verliert BAföG-Anspruch. Kindergeld: Unabhängig vom Vermögen. Steuer: Bei thesaurierenden ETF fällt die Vorabpauschale an, mit Freistellungsauftrag auf das Kind steuerfrei.
Der ETF
Derselbe wie für Erwachsene: Welt-ETF, thesaurierend, günstig. Ein Kinderdepot braucht keinen speziellen Fonds, keinen Versicherungsmantel, keine Ausbildungsversicherung. Diese Produkte kosten zwei Prozent im Jahr und bringen über 18 Jahre ein Drittel weniger.
Die Übergabe
Mit 18 Jahren gehört das Depot dem Kind. Wer bis dahin über Geld gesprochen hat, Kontoauszüge gezeigt und den Sparplan erklärt hat, übergibt an jemanden, der weiß, was er hat. Wer nichts erklärt hat, übergibt einen Lottogewinn. Beginne mit 12 mit dem gemeinsamen Blick ins Depot, mit 16 mit einer eigenen kleinen Sparrate des Kindes.
Zum Ausprobieren
ETF-Sparplan-RechnerRate, Rendite, Laufzeit: Wie sich dein Sparplan über die Jahre entwickelt, mit Kurve und Zinseszins.Häufige Fragen
Kann ich Geld aus dem Kinderdepot für die Familie nutzen?
Nein, außer für das Kind selbst, etwa Schule oder Zahnspange. Wer es für den Familienurlaub nimmt, macht sich angreifbar, das Kind kann es später zurückfordern.
Was ist mit Schenkungsteuer?
Je Elternteil 400.000 Euro alle zehn Jahre, Großeltern 200.000 Euro. Bei Sparplänen von 100 Euro im Monat ist das kein Thema.
Junior-Depot oder Sparbuch?
Sparbuch bringt unter einem Prozent, Tagesgeld zwei bis drei, ein ETF-Depot langfristig sechs bis sieben. Bei 18 Jahren Horizont ist der ETF die einzige sinnvolle Wahl.
Teilen



