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Familie & Geld · Lernen mit Geld

Taschengeld: Die Tabelle 2026 und die Regeln, die wirken

6 Minuten Lesezeit·

Wie viel Taschengeld in welchem Alter angemessen ist, warum es ohne Bedingungen ausgezahlt werden sollte und wie Kinder daran lernen, was Eltern ihnen sonst nicht beibringen können: Entscheiden, Warten, Bereuen.

Kurz gesagt

  • Richtwerte 2026: 6 Jahre 1 bis 2 Euro pro Woche, 10 Jahre 20 bis 25 Euro im Monat, 14 Jahre 35 bis 45, 17 Jahre 60 bis 80 Euro.
  • Taschengeld ist kein Lohn und keine Strafe: nicht für Noten, nicht für Hausarbeit, nicht kürzen als Sanktion.
  • Ab 10 Jahren monatlich statt wöchentlich, ab 12 ein eigenes Konto mit Karte.
  • Budgetgeld ab 14: Kleidung, Handy, Fahrkarte selbst verwalten mit festem Betrag.

Die Tabelle

Die Jugendämter empfehlen 2026 folgende Richtwerte: unter 6 Jahren 50 Cent bis 1 Euro pro Woche, 6 bis 7 Jahre 1,50 bis 2,50 Euro pro Woche, 8 bis 9 Jahre 2,50 bis 3,50 Euro pro Woche, 10 bis 11 Jahre 20 bis 25 Euro im Monat, 12 bis 13 Jahre 25 bis 35 Euro, 14 bis 15 Jahre 35 bis 50 Euro, 16 bis 17 Jahre 50 bis 80 Euro, ab 18 Jahren 80 bis 100 Euro, wenn das Kind noch zur Schule geht und zuhause wohnt. Die Spanne hängt vom Familieneinkommen und davon ab, was das Kind davon bezahlen soll.

Warum Taschengeld

Kinder lernen Geld nicht durch Erklären, sondern durch Entscheiden. Wer 20 Euro hat und das Spielzeug für 30 will, lernt Warten. Wer alles am ersten Tag ausgibt, lernt Bereuen. Wer spart, lernt Zinsen, wenn die Eltern welche zahlen. Das funktioniert nur, wenn das Geld dem Kind gehört: keine Nachfragen, keine Kommentare, keine Rettung beim Fehlkauf. Fehler mit fünf Euro sind billiger als Fehler mit fünftausend.

Die Regeln

Pünktlich und ohne Aufforderung auszahlen, am besten an einem festen Tag. Nicht an Noten, Verhalten oder Hausarbeit koppeln; Taschengeld ist Lernmittel, kein Lohn. Nicht als Strafe kürzen; dafür gibt es andere Mittel. Nicht vorschießen; wer den Vorschuss bekommt, lernt den Dispo. Keine Bedingungen an die Verwendung, außer Sicherheit und Gesetz. Und: Großeltern in die Regel einbeziehen, sonst hebeln Geschenke das System aus.

Das Konto

Ab 12 Jahren ein Girokonto auf Guthabenbasis mit Karte, kostenlos bei fast allen Banken, eröffnet mit beiden Eltern und Ausweis. Das Kind sieht den Kontostand in der App, zahlt mit Karte und lernt, dass Geld auch unsichtbar weg ist. Eltern behalten Einblick, bis das Kind volljährig ist. Eine Kinderkreditkarte ist unnötig, eine Debitkarte reicht.

Budgetgeld

Ab 14 Jahren übernimmt das Kind eigene Ausgabenbereiche mit festem Budget: Kleidung mit 50 bis 80 Euro im Monat, Handyvertrag, Fahrkarte, Schulmaterial. Wer die Jeans für 120 Euro will, muss zwei Monate sparen oder eine für 40 nehmen. Das ist Erwachsenenlogik im geschützten Rahmen und die beste Vorbereitung auf das erste Gehalt.

Nebenjob und Ferienjob

Ab 13 Jahren leichte Arbeiten mit Einwilligung der Eltern, ab 15 Ferienjobs bis vier Wochen im Jahr, ab 16 Minijobs. Das Einkommen gehört dem Kind. Es zählt nicht beim Kindergeld und bis 556 Euro monatlich nicht für Steuern und Sozialabgaben. Wer jobbt, entscheidet selbst, ob das Taschengeld sinkt; die meisten Eltern lassen es unverändert, weil der Job Verantwortung ist, nicht Ersatz.

Häufige Fragen

Sollen beide Kinder gleich viel bekommen?

Nein, altersabhängig. Das Jüngere bekommt weniger und weiß, dass es mit dem Alter steigt. Das ist fairer als gleich.

Darf ich in den Kauf eingreifen?

Bei Sicherheit, Gesetz und Werten ja. Beim Geschmack nicht. Das Kind darf sich das Spielzeug kaufen, das du hässlich findest.

Was ist mit Geldgeschenken von Verwandten?

Bis 50 Euro gehören sie dem Kind zum Ausgeben, darüber auf das Sparkonto oder ins Depot, mit Beteiligung des Kindes an der Entscheidung.