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Gehalt · Die Abzüge

Brutto und Netto: Wo dein Gehalt bleibt

7 Minuten Lesezeit·

Von 4.000 Euro brutto kommen in Steuerklasse I rund 2.600 Euro an. Wohin die anderen 1.400 Euro gehen, was du beeinflussen kannst und warum der Arbeitgeber noch einmal 800 Euro obendrauf zahlt.

Kurz gesagt

  • Abzüge 2026: Rentenversicherung 18,6 Prozent, Krankenversicherung 14,6 plus Zusatzbeitrag, Pflege 3,6, Arbeitslosenversicherung 2,6, jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer.
  • Die Lohnsteuer folgt dem Tarif mit Grundfreibetrag 12.348 Euro, Solidaritätszuschlag zahlen nur noch Spitzenverdiener.
  • Beeinflussbar: Steuerklasse, Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte, Kirchensteuer, Gehaltsumwandlung.
  • Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich rund 20 Prozent Sozialbeiträge, das Gesamtpaket ist größer als das Brutto.

Die vier Sozialbeiträge

Vom Brutto gehen zuerst die Sozialversicherungen ab, immer hälftig geteilt mit dem Arbeitgeber. Rentenversicherung: 18,6 Prozent, dein Anteil 9,3. Krankenversicherung: 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag, 2026 im Schnitt 2,9 Prozent, dein Anteil rund 8,75. Pflegeversicherung: 3,6 Prozent, dein Anteil 1,8, Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 Punkte mehr, Eltern mit mehreren Kindern weniger. Arbeitslosenversicherung: 2,6 Prozent, dein Anteil 1,3. Zusammen rund 21 Prozent, bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die 2026 bei rund 8.450 Euro monatlich in der Rente und 5.812 Euro in der Krankenversicherung liegt.

Die Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Sie folgt dem Tarif: Bis zum Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr fällt keine Steuer an, danach steigt der Satz von 14 Prozent linear bis 42 Prozent ab rund 69.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, ab etwa 278.000 Euro gelten 45 Prozent. Der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer fällt erst ab rund 20.000 Euro Jahreslohnsteuer an, also bei Bruttogehältern deutlich über 80.000 Euro. Kirchensteuer beträgt acht Prozent in Bayern und Baden-Württemberg, neun im Rest.

Ein Beispiel

4.000 Euro brutto, Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirche, Zusatzbeitrag 2,9 Prozent: Sozialbeiträge rund 850 Euro, Lohnsteuer rund 560 Euro, netto rund 2.590 Euro. In Steuerklasse III mit zwei Kindern wären es rund 2.980 Euro. Mit Kirchensteuer rund 50 Euro weniger. Der Rechner unten macht das für dein Gehalt.

Was du beeinflussen kannst

Die Steuerklasse bei Ehepaaren verschiebt die Steuer zwischen den Partnern, die Jahressumme bleibt gleich, die Liquidität nicht. Freibeträge für hohe Werbungskosten, Fahrtkosten oder Unterhalt kannst du beim Finanzamt eintragen lassen, dann sinkt die monatliche Lohnsteuer sofort statt erst mit der Erstattung. Gehaltsumwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge spart Steuer und Sozialabgaben auf bis zu 302 Euro monatlich, oft mit Arbeitgeberzuschuss. Ein Dienstrad, ein Jobticket oder ein Sachbezug bis 50 Euro sind steuerfrei und damit mehr wert als dieselbe Summe brutto.

Was der Arbeitgeber zusätzlich zahlt

Zu deinen 4.000 Euro legt der Arbeitgeber rund 820 Euro Sozialbeiträge und Umlagen obendrauf. Das Gesamtpaket kostet ihn rund 4.820 Euro. Diese Zahl ist bei Gehaltsverhandlungen sein Maßstab, nicht dein Netto.

Häufige Fragen

Warum ist der Zusatzbeitrag der Krankenkasse so unterschiedlich?

Jede Kasse legt ihn selbst fest, 2026 zwischen rund 1,8 und 4 Prozent. Ein Wechsel in eine günstige Kasse ist mit zwei Monaten Kündigungsfrist möglich und bringt bei 4.000 Euro brutto bis zu 40 Euro netto im Monat.

Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?

Lohnsteuer wird monatlich vom Arbeitgeber abgeführt und ist eine Vorauszahlung. Die Einkommensteuer wird nach der Steuererklärung endgültig festgesetzt; die Differenz gibt es zurück oder wird nachgefordert.

Lohnt sich Steuerklasse III und V?

Für die Liquidität des besser Verdienenden ja, unterm Strich zahlt das Paar dieselbe Steuer. Ab 2030 wird die Kombination abgeschafft und durch das Faktorverfahren ersetzt.