Zwei Prozent Inflation klingen harmlos. Über zwanzig Jahre halbieren sie fast die Kaufkraft eines Sparbuchs. Hier steht, wie Inflation wirkt, welche Anlagen sie ausgleichen und was du mit Bargeld nicht tun solltest.
Kurz gesagt
- Bei zwei Prozent Inflation verliert Geld in 35 Jahren die Hälfte seiner Kaufkraft, bei vier Prozent schon in 18 Jahren.
- Entscheidend ist der Realzins: Zins minus Inflation. Tagesgeld liegt 2026 knapp darüber, das Girokonto weit darunter.
- Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Gold gleichen Inflation langfristig aus, kurzfristig nicht garantiert.
- Bargeld zu Hause verliert doppelt: Kaufkraft und Zins.
Die Regel von 70
Teile 70 durch die Inflationsrate, und du erhältst die Jahre, in denen sich die Preise verdoppeln. Bei zwei Prozent sind das 35 Jahre, bei drei Prozent 23, bei fünf Prozent 14. Umgekehrt: Wer 10.000 Euro unter dem Kopfkissen hat, kann sich damit in 23 Jahren bei drei Prozent Inflation nur noch kaufen, was heute 5.000 Euro kostet. Die Zahl auf dem Schein bleibt, der Wert dahinter schrumpft.
Realzins statt Nominalzins
Was zählt, ist der Zins nach Abzug der Inflation. Bringt Tagesgeld 2,5 Prozent und liegt die Inflation bei 2,2 Prozent, wächst deine Kaufkraft um 0,3 Prozent. Das Girokonto mit null Prozent verliert die vollen 2,2 Prozent. Ein Sparbuch mit 0,5 Prozent verliert 1,7 Prozent. Auf 20.000 Euro sind das 340 Euro Kaufkraft im Jahr, die niemand abbucht und die trotzdem fehlen.
Was Inflation ausgleicht
Unternehmen geben steigende Preise weiter, deshalb wachsen Umsätze und Gewinne nominal mit der Inflation. Breit gestreute Aktien haben über lange Zeiträume rund fünf Prozent über der Inflation gebracht. Immobilien folgen den Baukosten und Mieten, Gold hat über Jahrhunderte seine Kaufkraft gehalten, wenn auch mit heftigen Schwankungen. Anleihen mit festem Kupon verlieren, außer sie sind inflationsindexiert. Kurzfristig kann alles davon fallen; der Ausgleich funktioniert über Jahre, nicht über Monate.
Die Reihenfolge
Der Notgroschen bleibt auf Tagesgeld, weil er verfügbar sein muss und der kleine Realverlust der Preis für Sicherheit ist. Alles darüber hinaus gehört in Sachwerte, verteilt nach Zeithorizont: Was du in unter fünf Jahren brauchst, bleibt verzinst und sicher. Was länger liegen kann, darf schwanken.
Der Fehler mit dem Bargeld
Bargeld zu Hause ist doppelt teuer: Es bringt keinen Zins und verliert Kaufkraft. Dazu kommt das Risiko von Diebstahl und Brand, das die Hausratversicherung meist nur bis 1.000 bis 2.000 Euro deckt. Wer eine Bargeldreserve für Ausfälle von Karten und Automaten will, hält 200 bis 500 Euro. Mehr ist Gewohnheit, nicht Vorsorge.
Inflation im Alltag nutzen
Feste Verträge mit langer Laufzeit werden in Inflationszeiten günstiger: Ein Kredit mit drei Prozent Zins bei drei Prozent Inflation kostet real nichts. Eine feste Miete ohne Indexklausel gewinnt jedes Jahr. Wer eine Gehaltsverhandlung führt, verlangt mindestens den Inflationsausgleich, sonst ist es eine Kürzung.
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Wie hoch ist die Inflation 2026?
Das Statistische Bundesamt meldet für 2026 Werte um zwei Prozent, nach den Ausreißern von 2022 und 2023. Die Zielmarke der EZB liegt bei zwei Prozent.
Schützt Gold sicher vor Inflation?
Über Jahrzehnte ja, über einzelne Jahre nicht. Gold kann bei steigender Inflation fallen, wenn gleichzeitig die Zinsen steigen.
Sind inflationsindexierte Anleihen sinnvoll?
Als Beimischung für den sicheren Teil ja. Sie zahlen einen kleinen Realzins plus Inflationsausgleich und werden vom Bund ausgegeben.
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