Die Deutschen sparen im Schnitt gut elf Prozent ihres Einkommens. Ob das reicht, hängt vom Ziel ab. Hier steht, welche Sparquote zu welchem Lebensziel passt und wo die größten Hebel liegen.
Kurz gesagt
- Zehn Prozent halten den Lebensstandard im Alter, zwanzig Prozent bauen Vermögen, dreißig Prozent schaffen Freiheit.
- Die drei größten Hebel: Wohnen, Auto, Versicherungen. Kleine Ausgaben sind selten das Problem.
- Jede Gehaltserhöhung zur Hälfte sparen, dann steigt die Quote, ohne dass du verzichtest.
- Die Sparquote wird am Zahltag umgesetzt, nicht am Monatsende gehofft.
Welche Sparquote zu welchem Ziel passt
Die Sparquote ist der Anteil deines Nettoeinkommens, der nicht ausgegeben wird. Zehn Prozent reichen, um über vierzig Jahre die Rentenlücke zu schließen, wenn das Geld breit gestreut angelegt wird. Zwanzig Prozent bauen in zwanzig Jahren ein sechsstelliges Vermögen auf. Ab dreißig Prozent wird Arbeit zur Wahl statt zur Pflicht, weil du mit jedem Jahr Sparen fast ein halbes Jahr Freiheit kaufst. Wer bei null anfängt, startet mit fünf Prozent und hebt die Quote jedes Jahr um zwei Punkte.
Die großen Hebel
Der Kaffee unterwegs kostet 60 Euro im Monat, die zu große Wohnung 400. Wer sparen will, schaut auf die drei Posten, die zusammen oft mehr als die Hälfte des Nettos fressen. Wohnen: Ein Zimmer weniger oder ein Stadtteil weiter draußen sind 200 bis 500 Euro monatlich. Auto: Ein Gebrauchtwagen für 15.000 statt ein Neuwagen für 40.000 Euro spart über die Haltedauer rund 300 Euro im Monat, ein Leasingvertrag weniger noch mehr. Versicherungen: Ein Vergleich von Kfz, Haftpflicht und Hausrat bringt typischerweise 300 bis 600 Euro im Jahr, das Kündigen unnötiger Policen mehr.
Die Hälfte jeder Erhöhung
Der leichteste Weg zu einer höheren Quote ist, Erhöhungen nicht in den Lebensstandard fließen zu lassen. Wer 150 Euro mehr netto bekommt, erhöht den Sparplan um 75 Euro. Du merkst den Verzicht nicht, weil du das Geld nie hattest, und deine Quote steigt in fünf Jahren spürbar. Dasselbe gilt für Boni, Steuererstattungen und abbezahlte Kredite: Die frei gewordene Rate läuft weiter, nur mit anderem Ziel.
Sparen mit Ziel
Eine Quote ohne Ziel bricht beim ersten Sale. Ordne jedem Euro einen Topf zu: Notgroschen, dann Kredite, dann Altersvorsorge, dann Wünsche. Wer weiß, dass die 300 Euro im Monat das Haus in acht Jahren sind, hält durch. Wer nur „sparen" will, gibt es aus.
Was nicht funktioniert
Verzicht auf alles, was Freude macht. Eine Sparquote, die dich unglücklich macht, hält drei Monate. Besser eine niedrigere Quote, die zehn Jahre läuft, als eine hohe, die im Januar endet. Und: Sparen auf dem Girokonto ist kein Sparen. Das Geld muss dorthin, wo es arbeitet oder wenigstens ruht.
Zum Ausprobieren
Budget-PlanerNetto eingeben, Fixkosten eintragen: Die 50-30-20-Aufteilung, dein Sparpotenzial und wann dein Sparziel erreicht ist.ETF-Sparplan-RechnerRate, Rendite, Laufzeit: Wie sich dein Sparplan über die Jahre entwickelt, mit Kurve und Zinseszins.Häufige Fragen
Zählt die Kredittilgung zur Sparquote?
Die Tilgung eines Immobilienkredits ja, weil sie Vermögen bildet. Konsumkredite nein, sie gleichen nur frühere Ausgaben aus.
Was ist mit Riester und betrieblicher Altersvorsorge?
Beides zählt. Eigenbeitrag plus Zulagen beziehungsweise Arbeitgeberzuschuss sind gesparte Beträge.
Ist eine Sparquote von 50 Prozent realistisch?
Für Doppelverdiener ohne Kinder und mit günstiger Miete ja. Für die meisten Haushalte sind 15 bis 25 Prozent das ehrliche Ziel.
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