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Rente & Vorsorge · Die Zahl

Rentenlücke berechnen: Wie viel du wirklich brauchst

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Die gesetzliche Rente ersetzt 2026 rund 48 Prozent des Durchschnittslohns, netto vor Steuern. Wer 80 Prozent seines letzten Nettos will, muss die Differenz selbst schließen. Wie du deine Lücke in vier Schritten berechnest und welche Sparrate sie schließt.

Kurz gesagt

  • Renteninformation lesen: Die Zeile „Regelaltersrente" bei heutigem Beitrag ist der Ausgangspunkt, minus 10 Prozent Kranken- und Pflegebeitrag, minus Steuer.
  • Bedarf: 70 bis 80 Prozent des heutigen Nettos, angepasst um 2 Prozent Inflation pro Jahr bis zum Rentenbeginn.
  • Lücke × 12 × 25 Jahre ergibt das nötige Kapital; mit 4 Prozent Entnahme rund das 300-Fache der Monatslücke.
  • Sparrate: 500 Euro Lücke bei 30 Jahren Zeit und 6 Prozent brauchen rund 180 Euro monatlich.

Schritt eins: Die gesetzliche Rente

Die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung nennt drei Zahlen. Wichtig ist die mittlere: die Rente bei Fortführung der bisherigen Beiträge, ohne Rentenanpassung. Sie ist brutto. Davon gehen rund 11 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung ab, dazu die Steuer: Wer 2040 oder später in Rente geht, versteuert die Rente voll, bei 1.800 Euro Bruttorente allein sind das je nach Grundfreibetrag rund 80 Euro. Aus 1.800 Euro werden netto rund 1.520 Euro.

Schritt zwei: Der Bedarf

Im Ruhestand entfallen Sozialbeiträge, Berufskosten, Sparraten und oft die Kreditrate. Dafür kommen Gesundheit, Zeit und Reisen. Die Faustregel liegt bei 70 bis 80 Prozent des letzten Nettos. Bei 3.000 Euro netto sind das 2.100 bis 2.400 Euro in heutiger Kaufkraft. Bis zum Rentenbeginn in 30 Jahren steigen die Preise bei zwei Prozent Inflation um 80 Prozent; die Rente wird zwar angepasst, aber meist unter der Lohnentwicklung. Wer in heutigen Euro rechnet, muss die Sparrate später mit dem Einkommen erhöhen.

Schritt drei: Die Lücke

2.300 Euro Bedarf minus 1.520 Euro Nettorente ergeben 780 Euro Lücke im Monat, 9.360 Euro im Jahr. Für 25 Rentenjahre sind das 234.000 Euro, ohne Rendite in der Rentenphase. Mit einer Entnahme von vier Prozent im Jahr, die das Kapital bei moderater Rendite über 30 Jahre trägt, braucht es rund das 300-Fache der Monatslücke, also 234.000 Euro. Beide Wege landen in ähnlicher Größenordnung.

Schritt vier: Die Sparrate

234.000 Euro in 30 Jahren bei 6 Prozent Rendite vor Steuern brauchen rund 240 Euro im Monat, in 20 Jahren 510 Euro, in 10 Jahren 1.430 Euro. Bei 4 Prozent Rendite entsprechend mehr. Die Zeit ist der größte Hebel: Wer mit 30 beginnt, zahlt halb so viel ein wie jemand mit 40, für dasselbe Ergebnis. Der Rentenlücken-Rechner spielt das mit deinen Zahlen durch, inklusive betrieblicher Altersvorsorge und bestehendem Vermögen.

Was die Lücke verkleinert

Betriebliche Altersvorsorge mit 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss, freiwillige Sonderzahlungen in die gesetzliche Rente zum Ausgleich von Abschlägen ab 50, eine abbezahlte Immobilie, die die Wohnkosten senkt, ein späterer Rentenbeginn mit 0,5 Prozent Zuschlag pro Monat, ein Teilzeitjob in den ersten Rentenjahren. Und ein Partner mit eigener Rente, weil zwei Renten einen Haushalt günstiger tragen als eine.

Was die Lücke vergrößert

Teilzeit und Elternzeit ohne Ausgleich, Selbstständigkeit ohne Vorsorge, ein früher Rentenbeginn mit 0,3 Prozent Abschlag pro Monat, Scheidung mit Versorgungsausgleich, und die Annahme, dass die gesetzliche Rente wie heute steigt. Das Rentenniveau ist bis 2031 bei 48 Prozent gesichert, danach ist die Politik am Zug.

Häufige Fragen

Wann bekomme ich die Renteninformation?

Jährlich ab 27 Jahren nach fünf Beitragsjahren per Post, jederzeit online über die Deutsche Rentenversicherung mit Ausweis-Login.

Wie sicher ist die gesetzliche Rente?

Sie wird gezahlt, solange es Beitragszahler gibt, also sicher. Ihre Höhe relativ zum Lohn sinkt aber tendenziell; die 48 Prozent sind bis 2031 garantiert.

Soll ich freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen?

Ab 50 kann man Abschläge für einen früheren Rentenbeginn ausgleichen. Die Rendite liegt bei rund 2 bis 3 Prozent plus Inflationsschutz und Hinterbliebenenrente; als sicherer Baustein sinnvoll, als einziger nicht.