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Frankreich: Geld, Steuern, Immobilien

TeuerSteuern hoch

Frankreich ist teuer in Paris, an der Riviera und in Steuerfragen: Sozialabgaben auf Kapitalerträge, Immobilien-Vermögensteuer ab 1,3 Millionen Euro und eine Erbschaftsteuer bis 45 Prozent. Dafür sind Provinz und Lebensqualität ein anderes Land.

Die kurze Antwort

Hohe Abgaben, teure Metropole, bezahlbare Provinz. Für Vermögende und Erben ungünstig, für Angestellte mit Familie dank Familiensplitting oft besser als gedacht.

milinia meint

  • Familiensplitting: Das Einkommen wird durch Familienteile geteilt, Kinder senken die Steuer deutlich stärker als in Deutschland.
  • IFI: Immobilien-Vermögensteuer ab 1,3 Millionen Euro Nettoimmobilienvermögen, 0,5 bis 1,5 Prozent.
  • Erbschaftsteuer: nur 100.000 Euro Freibetrag je Kind, dann 5 bis 45 Prozent; Ehepartner steuerfrei.
  • Impatriés-Regime: bis zu 50 Prozent des Gehalts steuerfrei für acht Jahre bei Zuzug durch den Arbeitgeber.

Leben und Kosten

Im Schnitt 2 Prozent unter Deutschland, aber Paris liegt 30 Prozent darüber: Einzimmerwohnung im Zentrum 1.300 Euro, in Lyon 800, in Bordeaux 750, in Montpellier 700. Die Riviera ist Pariser Niveau, die Bretagne, das Zentralmassiv und der Südwesten sind 30 Prozent günstiger als Deutschland. Lebensmittel etwas teurer, Restaurants ähnlich, Energie günstiger durch Atomstrom.

Steuern

Die Einkommensteuer läuft bis 45 Prozent, plus Sozialabgaben CSG und CRDS von 9,7 Prozent auf Arbeitseinkommen und 17,2 Prozent auf Kapitalerträge. Kapitalerträge werden mit der Flat Tax von 30 Prozent besteuert, alternativ im Tarif. Das Familiensplitting teilt das Einkommen durch Familienteile (Ehepaar 2, je Kind 0,5, ab dem dritten 1), was Familien mit Kindern deutlich entlastet. Die Vermögensteuer IFI trifft nur Immobilien ab 1,3 Millionen Euro netto mit 0,5 bis 1,5 Prozent. Zuziehende Arbeitnehmer können das Impatriés-Regime nutzen: bis 50 Prozent des Gehalts und Auslandskapitalerträge zur Hälfte steuerfrei für acht Jahre.

Immobilien

Paris 9.500 Euro je Quadratmeter nach dem Rückgang von 2022 bis 2024, Lyon 4.500, Bordeaux 4.300, Nizza 5.500, Marseille 3.300, Provinzstädte 2.000 bis 3.000. Nebenkosten rund 7 bis 8 Prozent für Bestand (Notargebühren inklusive Steuern), 2 bis 3 Prozent für Neubau. Mietrenditen in Paris unter 3 Prozent, in Mittelstädten 5 bis 6. Die Taxe foncière steigt seit Jahren, in vielen Städten über 1.500 Euro im Jahr für eine Wohnung. Beim Verkauf nach 22 Jahren steuerfrei, davor 19 Prozent plus 17,2 Prozent Sozialabgaben mit Abschmelzung.

Gold, Depot, Bank

Anlagegold mehrwertsteuerfrei, beim Verkauf 11,5 Prozent Pauschalsteuer auf den Verkaufspreis oder 36,2 Prozent auf den Gewinn mit Abschmelzung nach 22 Jahren. Depots im Ausland sind meldepflichtig. Französische Banken verlangen Kontogebühren; Neobanken sind die Alternative.

Was Auswanderer unterschätzen

Die Erbschaftsteuer: Nur 100.000 Euro Freibetrag je Kind alle 15 Jahre, danach 20 Prozent ab 15.000 Euro und bis 45 Prozent. Für Deutsche mit Vermögen ist Frankreich ein Erbschaftsteuerproblem, das Schenkungen zu Lebzeiten mildern. Und die Sozialabgaben auf Kapitalerträge, die auch Rentner treffen, die nicht in Frankreich krankenversichert sind, teils erstattbar.

Häufige Fragen

Wird die deutsche Rente in Frankreich besteuert?

Gesetzliche Renten bleiben nach dem Abkommen in Deutschland steuerpflichtig, Frankreich rechnet sie beim Steuersatz an. Betriebsrenten und private Renten werden in Frankreich besteuert.

Gibt es noch eine allgemeine Vermögensteuer?

Nein, seit 2018 nur noch auf Immobilien (IFI). Depots, Gold und Bargeld sind befreit.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?

Rund 7 bis 8 Prozent für Bestandsimmobilien, die der Notar einzieht und die überwiegend Steuern sind. Makler 3 bis 6 Prozent, oft im Preis enthalten.