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Länder · Box 3, 30-Prozent-Regel, knapper Wohnraum

Niederlande: Geld, Steuern, Immobilien

TeuerSteuern hoch

Die Niederlande besteuern Vermögen statt Erträge: In Box 3 wird eine fiktive Rendite mit 36 Prozent belegt, egal ob das Depot gestiegen ist. Zuziehende Fachkräfte bekommen die 30-Prozent-Regel, Wohnungen in Amsterdam gibt es kaum.

Die kurze Antwort

Hohe Löhne, hohe Preise, ein Wohnungsmarkt im Notstand. Steuerlich gut für Arbeitnehmer mit 30-Prozent-Regel, ungünstig für Anleger mit großem Depot.

milinia meint

  • 30-Prozent-Regel: 30 Prozent des Gehalts fünf Jahre steuerfrei für zuziehende Fachkräfte, ab 2027 auf 27 Prozent gekürzt.
  • Box 3: Vermögen über 57.000 Euro wird mit einer fiktiven Rendite von rund 6 Prozent auf Anlagen und 36 Prozent Steuer belegt, also rund 2 Prozent des Depots jährlich.
  • Hypothekenzinsen sind absetzbar, Eigenheim wird in Box 1 mit Eigenmietwert erfasst.
  • Wohnungsnot: Mietwohnungen im freien Markt in Amsterdam ab 1.700 Euro, Wartelisten für Sozialwohnungen über zehn Jahre.

Leben und Kosten

Fünf Prozent über Deutschland, Wohnen 30 bis 50 Prozent darüber. Eine Einzimmerwohnung im Zentrum von Amsterdam kostet im freien Markt 1.700 Euro, in Utrecht 1.300, in Rotterdam 1.200, in Eindhoven 1.100. Die Löhne sind hoch, der Median liegt bei rund 3.400 Euro netto mit Urlaubsgeld. Lebensmittel etwas teurer, Restaurants deutlich, Fahrrad kostenlos.

Steuern

Das Boxensystem: Box 1 besteuert Arbeit und Eigenheim mit 37 Prozent bis 76.000 Euro und 49,5 darüber, inklusive Sozialbeiträge. Box 2 betrifft wesentliche Beteiligungen mit 24,5 bis 33 Prozent. Box 3 ist die Vermögenssteuer auf Erspartes und Anlagen: Über dem Freibetrag von rund 57.000 Euro je Person wird eine fiktive Rendite angenommen, für Anlagen rund 6 Prozent, für Sparguthaben rund 1,5, und mit 36 Prozent besteuert. Ein Depot von 300.000 Euro kostet damit rund 5.200 Euro Steuer im Jahr, unabhängig vom tatsächlichen Ertrag. Nach Gerichtsurteilen darf die tatsächliche Rendite nachgewiesen werden, ab 2028 kommt ein neues System auf Basis realer Erträge. Die 30-Prozent-Regel stellt für zuziehende Fachkräfte mit Mindestgehalt rund 30 Prozent des Lohns fünf Jahre steuerfrei und befreit von Box 3 auf Auslandsvermögen.

Immobilien

Amsterdam 8.000 Euro je Quadratmeter, Utrecht 6.000, Den Haag 5.000, Rotterdam 4.800, ländliche Regionen 3.000 bis 4.000. Grunderwerbsteuer 2 Prozent für Eigennutzer, 0 Prozent für Erstkäufer unter 35 bis 525.000 Euro, 10,4 Prozent für Kapitalanleger. Hypothekenzinsen sind in Box 1 absetzbar, dafür wird ein Eigenmietwert von rund 0,35 Prozent des Immobilienwerts als Einkommen angesetzt. Finanzierung bis 100 Prozent des Werts möglich. Mietrenditen 4 bis 5 Prozent, durch das Mietpunktesystem bis 1.200 Euro reguliert.

Gold, Depot, Bank

Anlagegold mehrwertsteuerfrei, aber in Box 3 als Vermögen erfasst. Deutsche Broker führen niederländische Wohnsitze fort. Ein niederländisches Konto braucht die BSN-Nummer.

Was Auswanderer unterschätzen

Box 3 trifft Rentner und Sparer, die in Deutschland kaum Steuern auf ihr Depot zahlen würden. Und den Wohnungsmarkt: Ohne Arbeitgeber, der eine Wohnung vermittelt, ist der Einstieg in Amsterdam ein Vollzeitjob. Die Krankenversicherung ist privat organisiert mit Pflicht, rund 150 Euro monatlich plus Eigenrisiko.

Häufige Fragen

Gilt die 30-Prozent-Regel für jeden?

Nur für Arbeitnehmer, die vom Ausland angeworben werden, mit einem Mindestgehalt von rund 46.000 Euro, über 150 Kilometer von der Grenze gelebt haben und den Antrag mit dem Arbeitgeber stellen.

Wie wird die deutsche Rente besteuert?

Gesetzliche Renten über 15.000 Euro im Jahr werden in Deutschland besteuert, darunter in den Niederlanden; Betriebsrenten je nach Abkommen.

Gibt es Erbschaftsteuer?

Ja: Ehepartner rund 800.000 Euro Freibetrag, Kinder rund 25.000 Euro, dann 10 bis 20 Prozent für Kinder, bis 40 Prozent für andere.