Österreich ist Deutschland mit Bergen und einem Spitzensteuersatz von 55 Prozent. Dafür gibt es keine Erbschaftsteuer, keine Vermögensteuer, dreizehntes und vierzehntes Gehalt mit 6 Prozent Steuer und in Wien geförderte Mieten, die den Markt prägen.
Die kurze Antwort
Kaum günstiger als Deutschland, für Angestellte durch die Sonderzahlungen oft netto besser, für Vermögende dank fehlender Erbschaftsteuer attraktiv.
milinia meint
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden mit nur 6 Prozent besteuert, was das Jahresnetto deutlich hebt.
- Keine Erbschaft- und Schenkungsteuer seit 2008, nur Grunderwerbsteuer bei Immobilienübertragung.
- Kapitalerträge 27,5 Prozent, Sparzinsen 25 Prozent, Kursgewinne seit 2011 steuerpflichtig.
- Immobilienkauf: 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,1 Prozent Eintragung, Makler 3 Prozent plus Steuer, Notar rund 1 bis 2 Prozent.
Leben und Kosten
Preisniveau wie Deutschland, Wien etwas günstiger als München bei Mieten, weil über 60 Prozent der Wiener in geförderten oder Gemeindewohnungen leben. Eine Einzimmerwohnung im freien Markt kostet im Zentrum rund 1.050 Euro, in Graz 750, in Innsbruck und Salzburg 950 bis 1.100. Lebensmittel etwas teurer, Restaurants ähnlich, Energie ähnlich. Löhne liegen leicht unter Deutschland, mit 14 Gehältern.
Steuern
Die Einkommensteuer beginnt bei 20 Prozent ab 13.500 Euro und endet bei 55 Prozent ab einer Million, 50 Prozent ab rund 100.000 Euro. Das dreizehnte und vierzehnte Gehalt werden mit 6 Prozent besteuert, was den effektiven Satz für Angestellte spürbar senkt. Kapitalerträge aus Aktien, Fonds und Dividenden 27,5 Prozent, Sparzinsen 25 Prozent, Kursgewinne auf Gold und Krypto nach einem Jahr steuerfrei beziehungsweise Krypto seit 2022 immer 27,5 Prozent. Keine Vermögensteuer, keine Erbschaftsteuer, keine Schenkungsteuer; Schenkungen über 50.000 Euro sind nur meldepflichtig. Sozialversicherung mit rund 18 Prozent Arbeitnehmeranteil bis zur Höchstbeitragsgrundlage von rund 6.500 Euro monatlich.
Immobilien
Wien 6.500 Euro je Quadratmeter im Schnitt, Innere Stadt über 12.000, Salzburg 6.800, Innsbruck 7.000, Graz 4.200, Linz 4.500, ländliche Gebiete 2.500 bis 4.000. Nebenkosten rund 10 Prozent: Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent, Grundbucheintrag 1,1, Makler 3 Prozent plus 20 Prozent Mehrwertsteuer, Notar oder Anwalt 1 bis 2 Prozent. Kredite seit 2022 mit strengen Regeln: 20 Prozent Eigenkapital, Rate maximal 40 Prozent des Nettos, Laufzeit maximal 35 Jahre. Mietrenditen 2,5 bis 3,5 Prozent, Mieten im Altbau durch Richtwertgesetz gedeckelt. Verkauf: Immobilienertragsteuer 30 Prozent auf den Gewinn, keine Spekulationsfrist, Ausnahme bei Hauptwohnsitz nach zwei beziehungsweise fünf Jahren.
Gold, Depot, Bank
Anlagegold mehrwertsteuerfrei, die Münze Österreich prägt den Philharmoniker, Händler in jeder Stadt. Kursgewinne auf Gold nach einem Jahr steuerfrei. Österreichische Banken sind steuereinfach: Die KESt wird automatisch abgeführt. Deutsche Broker sind nicht steuereinfach, Erträge müssen erklärt werden.
Was Auswanderer unterschätzen
Den Spitzensteuersatz ab 100.000 Euro, die Normverbrauchsabgabe auf Autos, die ein Fahrzeug 10 bis 30 Prozent teurer macht, und die Immobilienertragsteuer ohne Zehnjahresfrist. Dafür ist die Erbfolge ohne Steuer ein Argument, das Vermögende schätzen.
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Wird die deutsche Rente in Österreich besteuert?
Nein, gesetzliche Renten bleiben nach dem Abkommen in Deutschland steuerpflichtig; Österreich berücksichtigt sie nur beim Steuersatz.
Gibt es Grunderwerbsteuer bei Schenkung an Kinder?
Ja, gestaffelt auf den Grundstückswert: 0,5 Prozent bis 250.000 Euro, 2 Prozent bis 400.000, darüber 3,5 Prozent. Das ersetzt die fehlende Schenkungsteuer.
Sind Kursgewinne auf ETF steuerpflichtig?
Ja, 27,5 Prozent, unabhängig von der Haltedauer, mit jährlicher Besteuerung ausschüttungsgleicher Erträge bei thesaurierenden Fonds.
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