Die Schweiz kostet 55 Prozent mehr als Deutschland und zahlt 60 Prozent höhere Löhne. Kursgewinne sind steuerfrei, dafür gibt es eine Vermögensteuer, und Wohnungen in Zürich sind teurer als in München. Wer dort arbeitet, spart; wer dort Rentner wird, zahlt.
Die kurze Antwort
Ideal für Berufstätige mit Schweizer Gehalt, teuer für Rentner und Zuziehende ohne Einkommen vor Ort. Steuerlich moderat mit Vermögensteuer statt Kapitalertragsteuer.
milinia meint
- Kursgewinne im Privatvermögen sind steuerfrei, Dividenden und Zinsen nicht; die Vermögensteuer liegt je Kanton bei 0,1 bis 1 Prozent.
- Pauschalbesteuerung nach Lebensaufwand für vermögende Ausländer ohne Erwerbstätigkeit in den meisten Kantonen, Mindestbemessung rund 400.000 Franken.
- Krankenversicherung ist Pflicht und privat: 300 bis 500 Franken monatlich je Erwachsenem, Kinder extra.
- Immobilien: Eigenmietwert wird als Einkommen versteuert; Abschaffung 2026 beschlossen, Umsetzung folgt.
Leben und Kosten
Alles kostet mehr: Lebensmittel 60 Prozent, Restaurants 80 Prozent, Mieten in Zürich und Genf das Doppelte von München. Eine Einzimmerwohnung im Zentrum von Zürich liegt bei 2.000 Franken, in Bern 1.400, in Lugano 1.300. Dafür sind Löhne hoch: Medianlohn rund 6.800 Franken brutto, Fachkräfte 8.000 bis 12.000. Die Sozialabgaben liegen mit rund 13 Prozent Arbeitnehmeranteil deutlich unter Deutschland. Wer in der Schweiz verdient und lebt, spart in der Regel mehr als in Deutschland; wer mit deutschem Einkommen dort lebt, zahlt.
Steuern
Bund, Kanton und Gemeinde erheben Einkommensteuer, zusammen zwischen 22 Prozent in Zug und 45 Prozent in Genf für hohe Einkommen. Kursgewinne auf Aktien, Fonds und Gold sind im Privatvermögen steuerfrei; Dividenden und Zinsen werden im Tarif besteuert, mit 35 Prozent Verrechnungssteuer, die zurückgeholt wird. Dafür gibt es eine Vermögensteuer auf das gesamte Nettovermögen, 0,1 bis 1 Prozent je Kanton. Die Pauschalbesteuerung erlaubt vermögenden Ausländern ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz eine Steuer nach Lebensaufwand, mindestens das Siebenfache der Miete und mindestens 400.000 Franken Bemessung; Zürich, Basel und Schaffhausen haben sie abgeschafft. Erbschaftsteuer für Ehepartner und meist Kinder in fast allen Kantonen null.
Immobilien
Zürich Stadt 14.000 Franken je Quadratmeter, Genf 13.000, Basel 8.500, Bern 7.500, ländliche Gebiete 5.000 bis 7.000. Die Wohneigentumsquote liegt bei nur 36 Prozent, weil Banken 20 Prozent Eigenkapital und Tragbarkeit bei 5 Prozent kalkulatorischem Zins verlangen. Hypothekenzinsen 2026 um 1,5 bis 2 Prozent. Der Eigenmietwert, ein fiktives Einkommen aus Selbstnutzung, wird noch versteuert; seine Abschaffung ist beschlossen und wird mit dem Wegfall des Schuldzinsabzugs umgesetzt. Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung dürfen Ferienwohnungen nur begrenzt kaufen (Lex Koller). Mietrenditen 2 bis 3 Prozent.
Gold, Depot, Bank
Anlagegold ohne Mehrwertsteuer, Zollfreilager in Zürich und Genf, die weltweit größten Lagerstätten. Schweizer Banken verlangen Depotgebühren von 0,1 bis 0,3 Prozent im Jahr; Online-Broker sind günstiger. Ein Konto gibt es mit Aufenthaltsbewilligung problemlos, für Nichtresidenten mit Mindesteinlage.
Was Auswanderer unterschätzen
Die Krankenversicherung mit Kopfprämien von 300 bis 500 Franken je Erwachsenem ohne Arbeitgeberanteil, die Franchise von bis zu 2.500 Franken Selbstbehalt, die Vermögensteuer auf das Depot, und die Tatsache, dass die deutsche Rente in der Schweiz besteuert wird, während sie in Deutschland bei beschränkter Steuerpflicht ohne Grundfreibetrag ebenfalls erfasst werden kann; das Abkommen regelt es zugunsten der Schweiz.
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Zahlen Grenzgänger in der Schweiz Steuern?
Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland zahlen 4,5 Prozent Quellensteuer in der Schweiz, die in Deutschland angerechnet wird; die Hauptbesteuerung erfolgt in Deutschland.
Wie hoch ist die Vermögensteuer?
Je Kanton 0,1 bis rund 1 Prozent des Nettovermögens über Freibeträgen von 50.000 bis 200.000 Franken. Zürich rund 0,3 Prozent bei einer Million.
Kann ich als Deutscher in der Schweiz eine Wohnung kaufen?
Mit Aufenthaltsbewilligung B oder C für den Eigenbedarf ja. Ohne Wohnsitz nur Ferienwohnungen in ausgewiesenen Gemeinden mit Kontingent.
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