Portugal war zehn Jahre das Steuerparadies für Rentner und Vermögende. Seit 2024 ist das NHR-Regime eingeschränkt, geblieben sind günstige Lebenshaltung außerhalb Lissabons, kein Vermögensteuer und ein Immobilienmarkt, der in der Hauptstadt teurer ist als in Berlin.
Die kurze Antwort
Günstig im Alltag, Lissabon und Algarve teuer, Steuervorteile nur noch für Fachkräfte in Forschung und Innovation.
milinia meint
- NHR 2.0 gilt nur noch für bestimmte Berufe in Forschung, Innovation und Start-ups: 20 Prozent Pauschalsteuer für zehn Jahre.
- Renten aus Deutschland werden seit 2024 für Neuankömmlinge normal besteuert, bis 48 Prozent.
- Immobilien: Lissabon 5.500 Euro je Quadratmeter, Porto 3.800, Algarve 3.500, Inland unter 1.500.
- Kein Vermögensteuer, aber AIMI ab 600.000 Euro Immobilienwert mit 0,7 Prozent.
Leben und Kosten
28 Prozent unter Deutschland im Landesdurchschnitt, aber Lissabon hat sich seit 2015 fast verdoppelt: Einzimmerwohnung im Zentrum 1.100 Euro, in Porto 850, an der Algarve 900. Lebensmittel, Restaurants und Dienstleistungen bleiben günstig, Strom und Autos sind teurer als in Deutschland. Wer im Alentejo oder in Zentralportugal lebt, kommt mit der Hälfte aus.
Steuern
Die Einkommensteuer reicht bis 48 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Das alte NHR-Regime mit 10 Prozent auf Renten und Steuerfreiheit für Auslandseinkünfte ist für Neuankömmlinge seit 2024 geschlossen. Der Nachfolger IFICI gilt nur für Hochschullehrer, Forscher und Beschäftigte in zertifizierten Innovationsunternehmen: 20 Prozent auf portugiesisches Arbeitseinkommen für zehn Jahre, Auslandseinkünfte steuerfrei. Kapitalerträge 28 Prozent pauschal oder auf Antrag im Tarif. Keine Vermögensteuer, aber die Zusatzsteuer AIMI auf Immobilienbesitz über 600.000 Euro mit 0,7 bis 1,5 Prozent. Keine Erbschaftsteuer für Ehepartner und Kinder, 10 Prozent Stempelsteuer für andere.
Immobilien
Lissabon 5.500 Euro je Quadratmeter, Cascais 6.000, Porto 3.800, Algarve 3.500, Inland unter 1.500. Mietrenditen 4,5 bis 5,5 Prozent, in Lissabon wegen Mietregulierung und Tourismusbeschränkungen sinkend. Nebenkosten: Grunderwerbsteuer IMT progressiv bis 7,5 Prozent, Stempelsteuer 0,8 Prozent, Notar und Register rund 1 Prozent. Das Golden Visa über Immobilien wurde 2023 abgeschafft, bleibt aber über Fonds ab 500.000 Euro möglich.
Gold, Depot, Bank
Anlagegold mehrwertsteuerfrei, Händler in Lissabon und Porto. Deutsche Broker führen portugiesische Wohnsitze meist weiter. Ein Konto braucht die Steuernummer NIF, die man auch als Nichtresident bekommt.
Was Auswanderer unterschätzen
Die Gehälter: Der Mindestlohn liegt bei 870 Euro, der Median unter 1.500. Wer vor Ort arbeiten will, verdient ein Drittel von Deutschland. Die Rechnung geht auf für Menschen mit Einkommen von außen: Rentner, Remote-Arbeitende, Vermögende. Und die Feuchtigkeit im Winter: Portugiesische Häuser sind selten gedämmt, Heizkosten sind ein Thema.
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Gilt NHR noch für Rentner?
Nein, seit 2024 nicht mehr für Neuankömmlinge. Wer 2023 registriert war, behält die zehn Jahre.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?
IMT progressiv nach Kaufpreis, für Eigennutzung bis 7,5 Prozent, für Zweitwohnungen ab dem ersten Euro; Freibetrag rund 100.000 Euro bei Eigennutzung.
Kann ich mit Touristenstatus länger bleiben?
Als EU-Bürger ja, ab drei Monaten mit Registrierung. Steuerresident wirst du ab 183 Tagen oder mit Hauptwohnsitz.
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