Spanien ist das Auswanderungsland Nummer eins der Deutschen: Lebenshaltung 22 Prozent günstiger, Immobilien an der Küste noch bezahlbar, und mit der Beckham-Regel zahlen Zuziehende sechs Jahre lang 24 Prozent Pauschalsteuer.
Die kurze Antwort
Günstiger leben, moderat besteuert, Immobilien an der Küste mit 4 bis 5 Prozent Mietrendite. Vermögensteuer in einigen Regionen beachten.
milinia meint
- Beckham-Regel beantragen: 24 Prozent auf Arbeitseinkommen bis 600.000 Euro für sechs Jahre, Antrag binnen sechs Monaten nach Anmeldung.
- Vermögensteuer je Region: Madrid und Andalusien erlassen sie, Katalonien und Valencia nicht; ab 700.000 Euro Vermögen relevant.
- Beim Immobilienkauf 10 bis 13 Prozent Nebenkosten, davon 6 bis 10 Prozent Grunderwerbsteuer je Region, plus Notar und Registro.
- NIE-Nummer vor allem anderen: ohne sie kein Konto, kein Vertrag, kein Kauf.
Leben und Kosten
Der Warenkorb liegt rund 22 Prozent unter Deutschland, Restaurants und Lebensmittel deutlich darunter, Strom und Mieten in Madrid, Barcelona und auf den Balearen nicht. Eine Einzimmerwohnung im Zentrum von Madrid kostet 2026 rund 1.050 Euro, in Valencia 800, in Málaga 950. Wer außerhalb der Metropolen und der Küstenhotspots lebt, kommt mit 60 Prozent des deutschen Budgets aus.
Steuern
Die Einkommensteuer läuft bis 47 Prozent, in einigen Regionen bis 54. Zuziehende mit Arbeitsvertrag oder als Digitalnomaden können die Beckham-Regel wählen: 24 Prozent Pauschalsteuer auf spanisches Arbeitseinkommen bis 600.000 Euro für sechs Jahre, Auslandseinkünfte bleiben steuerfrei. Kapitalerträge werden mit 19 bis 30 Prozent besteuert. Spanien kennt eine Vermögensteuer ab 700.000 Euro, die Madrid, Andalusien und Extremadura zu 100 Prozent erlassen, Katalonien und die Balearen nicht; seit 2023 gibt es eine bundesweite Solidaritätsabgabe auf Vermögen ab drei Millionen Euro. Rentner versteuern die deutsche Rente in Spanien mit Anrechnung.
Immobilien
Madrid rund 5.200 Euro je Quadratmeter, Barcelona 4.800, Málaga 3.600, Valencia 2.900, Costa del Sol in guten Lagen 3.500 bis 6.000. Mietrenditen von 4 bis 5,5 Prozent liegen über Deutschland. Nebenkosten 10 bis 13 Prozent, davon Grunderwerbsteuer 6 bis 10 Prozent je Region, Notar, Registro, Gestor. Seit 2025 diskutiert Spanien eine Sonderabgabe für Käufer außerhalb der EU; für Deutsche gilt sie nicht. Nichtresidenten zahlen auf Mieteinnahmen 19 Prozent ohne Kostenabzug, Residenten mit Abzug.
Gold, Depot, Bank
Anlagegold ist mehrwertsteuerfrei, Händler in jeder Stadt. Deutsche Broker führen spanische Wohnsitze meist weiter. Ein spanisches Konto braucht die NIE und einen Nachweis über Wohnsitz oder Arbeit; die großen Banken verlangen oft Gebühren, Direktbanken nicht.
Was Auswanderer unterschätzen
Die Bürokratie: NIE, Empadronamiento, Residencia, Sozialversicherung sind vier Termine mit Wartezeit. Die Gesundheitsversorgung ist gut, aber für Nichtarbeitende nur mit privater Versicherung oder Konvenio Especial. Und die Steuerresidenz kippt schon bei 183 Tagen, auch wenn die deutsche Wohnung noch steht.
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Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Spanien?
Je Region 6 bis 10 Prozent für Bestandsimmobilien, bei Neubau 10 Prozent Mehrwertsteuer plus 1,5 Prozent Stempelsteuer.
Wird die deutsche Rente in Spanien besteuert?
Gesetzliche Renten werden nach dem Doppelbesteuerungsabkommen in Spanien besteuert, Beamtenpensionen in Deutschland.
Gibt es eine Erbschaftsteuer?
Ja, mit regionalen Erleichterungen: Madrid und Andalusien fast steuerfrei für Ehepartner und Kinder, andere Regionen mit Freibeträgen von nur 16.000 Euro.
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